neulich habe ich mit ein paar kumpels rosenheim besucht. fast 70.000 menschen leben dort, wo andere urlaub machen. ein herrlicher blick aufs alpenpanorama und auf die bunten häuser im inn-salzach-stil, die die innenstadt beherrschen.
überraschenderweise gehört rosenheim, so weit ich das mitbekommen habe, zu den wenigen städten, die keine sichtbare altstadt haben. keine verwinkelten straßenzüge und enge gässchen, wo sich kneipe an kneipe schmiegt. stattdessen gerade breite prachtstraßen. und wo die sich kreuzen ist das herz der stadt.

alles in allem eine wunderbare lebendige stadt, wenn nicht diese eine eigenart vieler bewohner wäre, die verwirrt und nervt. sie sind alle so hellauf begeistert und über alle maßen stolz auf die fernsehserie "rosenheim cops".
eine krimi-vorabendserie, deren spannungsbogen eine linie ohne krümmung ist. eine serie mit schauspielern, die hölzerner als pinocchio sind. jede laientheatergruppe im pfarrheim spielt souveräner und überzeugender.
und die rosenheimer lieben marisa burger, die seit 25 jahren eine sekretärin im polizeipräsidium spielt und in dieser zeit wahrscheinlich nur zehn unterschiedliche sätze in die kamera sagen musste, von denen einer ihr markenzeichen wurde: "es gabat a leich'" aka "es gäbe eine leiche".
jeder rosenheimer wird dir diesen satz immer wieder entgegenschleudern und sich darüber freuen wie ein kindergartenkind über weihnachten.

ehrlicherweise muss man gestehen, dass auch unzählige auswärtige mit reisebussen nach rosenheim gekarrt werden, um die zwei drehorte zu bewundern, die neben den studioaufnahmen in münchen etwas lokalkolorit vermitteln sollen: außenaufnahmen vom "präsidium", das in echt das rathaus ist, vor dem die polizeiautos hin und her fahren. und den anderen drehort habe ich vergessen.
aber ich könnte ja jemanden aus rosenheim fragen, die erzählen das gewiss sofort! 😄
