sie wollte es unbedingt haben. und da sie die frau eines der reichsten männer der stadt ist, hat sie es auch bekommen.
die rede ist von evi kurz, früher journalistin beim bayerischen rundfunk. ihr faible ist ludwig erhard, wirtschaftsminister und kurzzeitig auch bundeskanzler in der adenauer-ära. und sie wollte ihm jetzt endlich ein denkmal in seiner heimatstadt fürth setzen. gleich neben dem berühmten rathaus sollte ein neumodischer bau mit aufeinander gestapelten würfeln entstehen. brutale optik im gewachsenen sandstein-umfeld der gründerzeit.
normalen menschen würde sowas nie genehmigt werden. und normale menschen würden sowas nie zum großteil aus steuergeldern finanziert bekommen.
wenn du aber das richtige netzwerk hast, vom ministerpräsidenten über wirtschaftlenker bis zur lokalen stadtspitze, dann wird das unmögliche möglich.
das ludwig erhard zentrum wurde also 2017 gebaut und alle beteiligten sparten nicht damit, sich gegenseitig auf die schultern zu klopfen.
die kosten stiegen von 12,6 auf 17,4 millionen, von denen die stadt fürth, obwohl damals knapp bei kasse, statt 600.000 euro dann fast 2 millionen euro beisteuern durfte.
aber der bau wurde von der stadt gegen alle kritik verteidigt. ludwig erhard und seine "soziale marktwirtschaft" sei in der ganzen welt bekannt und beliebt. besonders die chinesen würden sich immens dafür interessieren.
und wenn es ein konrad-adenauer-haus in bonn/rhöndorf und ein willy-brandt-haus in lübeck gibt, will man in fürth auf augenhöhe mitspielen.

und wie ist die lage jetzt, fast 10 jahre später?
bei wikipedia kann man nachlesen, dass das image von ludwig erhard doch nicht so lupenrein ist, wie immer berichtet wurde. und von den bussen chinesischer und japanischer ludwig-erhard-fans ist bis heute noch kein einziger angekommen.
aus gut unterrichteten kreisen hört man, dass 95% der jährlichen 30.000 besucher "zwangsverpflichtete" schüler sind, die das haus im rahmen des unterrichts besuchen (müssen).
der "impact" ist für die stadt kaum messbar.
und für das alles zahlt der staat 800.000 euro jährlich aus steuergeldern. zusätzlich zu den millionen euros der bauphase.
ein hoch auf geldige netzwerke!
bild: k. salimi, fürthwiki
