mit adobe cs4 in die zukunft

3. Februar 2026 - Lesezeit: 4 Minuten

2015, das jahr von "wir schaffen das", dem charlie-hebdo-terroranschlag und windows 10.

in diesem jahr brachte apple das betriebssystem macos 10.11 ("el capitan") heraus. und diese system-version läuft heute noch weltweit auf vielen rechnern, obwohl macos schon 10 versionen später bei version 26 ("tahoe") angekommen ist.

warum, werdet ihr euch fragen. mit der folgeversion 10.12 hat apple einige alte zöpfe abgeschnitten, was zur folge hat, dass man für viele aktuelle apps mindestens 10.12 benötigt. und dass einige programme ab 10.12 nicht mehr funktionieren.
und damit kommt der wichtigste grund ins spiel: der software-gigant adobe, bekannt für photoshop, indesign oder illustrator. dessen creative suite 4 verweigert seinen dienst unter 10.12 und folgenden versionen.

und adobe hat ab 10.12 ein neues lizenzsystem eingeführt: weg vom einmalkauf, hin zum abo!

bis dahin hat man seine adobe-software einmal bezahlt und kann sie "immer" benutzen. seitdem muss man aber monatlich/jährlich zahlen, um die apps überhaupt öffnen zu können. und das kostet!
für die aktuelle creative cloud mit all den programmen möchte adobe jährlich über 750 euro. ist das abo gekündigt, könnt ihr z.b. eure indesign dateien nicht mehr aufmachen oder bearbeiten.

aus diesem grund haben viele grafiker, designer und andere menschen, die einmal geld für die damalige lebenslang-lizenz der creative suite 4 ("cs4") ausgegeben haben, noch einen alten rechner am start, der unter el capitan das weiterarbeiten mit photoshop & co. erlaubt.

auch hier bei mir tuckert noch ein alter iMac von 2015 vor sich hin, auf dem die cs4 läuft. aber der rechner wird nicht jünger, eine der usb-schnittstellen hat schon das zeitliche gesegnet.
was tun? warten bis der iMac nicht mehr mag? irgendwo ein gebrauchtes zweitgerät kaufen? klein beigeben und adobe das geld in den rachen werfen?

da ich noch den vorgänger meines aktuellen minicomputers, einen rechner mit amd ryzen 5 prozessor, rumstehen hab, dachte ich mir, warum es nicht mal wagen, dort macos 10.11 samt cs4 zum laufen zu bekommen.



das war der startschuss für ein paar tage voller installationen, internet-recherche und hin und her kopiererei zwischen den computern. manches hat schnell funktioniert, manches hat viel hirnschmalz erfordert.

hier nur eine auflistung der wichtigsten stolpersteine:
- überhaupt macos 10.11 in virtualbox installieren und zum laufen zu bekommen
- die auflösung war immer bei 1024*768
- cs4 kann man nicht neuinstallieren, obwohl man die original-seriennummern noch hat, weil adobe den lizenzierungs-server abgeschaltet hat
- die virtuelle festplatte hatte ich zu klein angelegt, sie musste nachträglich vergrößert werden

aber am ende habe ich jetzt eine macos-installation mit allen benötigten programmen, die unter "virtualbox" auf der linux-kiste läuft. fährt man den linux-rechner hoch, startet automatisch macos im vollbildmodus. man glaubt wirklich, man hat einen mac vor sich. dank der rechenpower eines relativ neuen prozessors, fühlt sich der virtuelle "mac" viel schneller an als der alte iMac. *

und das system ist eine datei für virtualbox, die man kopieren und woanders ablegen kann. und bei bedarf kann man sie einfach auf den nächsten rechner kopieren und dort starten.

das ganze war a weng arbeit, aber ließ einen a weng stolzen kalle zurück 😀

* rechner hochfahren, schriftenverwaltung starten und photoshop öffnen:
alter iMac: 2:50 min - linux-mac: 1:10 min

Es wurden noch keine Kommentare verfasst, sei der erste!