es gibt so eine reihe medialer rituale, die ich früher nicht missen wollte, auf die ich mich sogar recht gefreut habe.
woran liegt es, dass ich besonders in diesem jahr so gar keine lust mehr daran habe, teil dieser medialen sau-durchs-dorf-treiben events zu sein?
ein beispiel: über viele jahre hinweg stand der januar im zeichen des dschungelcamps. die einzige zeit im jahr, wo ich mal rtl gekuckt habe. zwei wochen lang mitfiebern, präferenzen verändern, mich an der moderation erfreuen.
und 2016? keine einzige sekunde. auf newsseiten am rande was mitgekriegt, aber keinen puls deswegen. hat mich einfach nicht tangiert.
oder die olympischen winterspiele, die gerade beginnen. früher vor der glotze und bei entscheidungen im biathlon oder super-g oder wie die dinger alle heißen mitgefiebert. heute? für mich so interessant wie ein dickes kochbuch, in dem nur labskaus-gerichte vorgestellt werden.
selbst die fußball-wm im sommer, früher ein hotspot für schlaflose nächte und freudentaumel oder niederlagenfrust, rangiert auf einer "ach, geht es wieder los?" interessen-ebene. nach dem dritten vorrundenspiel werden die deutschen wieder nach hause fahren. oder auch nicht. who cares?
verweigere ich mich hier einem kostenlosen gemeinschaftsgefühl? bin ich aus dem alter raus?
ist es übersättigung oder langeweile?
oder ist es einfach das komplette mediale dauerfeuer, das einen angewidert wegdrehen und abschalten lässt?
