in skandinavien hat sich in den 60er und 70er jahren was bewegt, was die ganze gesellschaft übernommen und verändert hat: die einführung des allgemeinen duzens.
bis dahin drückte man z.b. im schwedischen die höflichkeitsform nicht mit einem "Sie" wie bei uns in deutschland aus, sondern mit formen wie "was wünscht die dame?" statt "was wünschen sie?" oder "noch zucker benötigt?" statt "brauchen sie noch zucker?".
gerade in dänemark ist aus dem duzen eine lebensphilosophie geworden. einzig die mitglieder der drei monarchien beharren (noch) auf einer formalisierten anrede. alle anderen duzen sich, wir kennen das ja von ikea 😀
bei uns ist die entwicklung zum allgemeinen duzen ins stocken geraten, wobei es in vielen bereichen mittlerweile gang und gäbe geworden ist. in vielen arbeitsumgebungen, im nachtleben, im sport, beim bloggen, überall wird geduzt, egal wie alt du bist.
ein siezen kann manchmal sogar als bewusste ausgrenzung empfunden werden, wenn alle im café von der bedienung geduzt werden, du aber nicht.
die werbung und das verkaufsumfeld dürften hier vorreiter sein, wie das beispiel ikea gezeigt hat. wenn die zielgruppe jünger ist, wird natürlich geduzt. umso überraschter war ich aber heute, dass man als zielgruppe "gewürz-käufer" auch schon zur duz-welt gehört.

ich bin ja auch eher ein duzer vor dem herrn und wenn ich mir mal nicht sicher bin, dann sage ich im geschäft ein "habt ihr blablabla?" statt "haben sie blablabla?"
wie haltet ihr es mit dem duzen? nur, wenn das "du" angeboten wurde? fremden gegenüber immer "sie"? oder gnadelose gleichheit für alle mit dem du?
