ich habe mir heute mal den spaß gemacht und meine musiksammlung durchforstet, um herauszufinden, woher die interpreten und bands denn eigentlich stammen, denen ich die ganze zeit mein ohr leihe.
zur systematik: "musiksammlung" bedeutet hier meine digitale musiksammlung, die ich auch auf dem handy mit mir rumtrage. andere songs, die ich zwar digital besitze, aber nicht mobil dabei habe, fallen raus. meine analoge musiksammlung (LPs und 45er) dürfte auch anderes aussehen.
das ergebnis basiert nicht auf scrobblen o.ä. (last.fm), weil ich das schon vor jahren aufgegeben habe.
da ich meine songs ordentlich nach interpret/band -> album -> songs abgelegt habe, konnte ich einfach die liste der interpreten nehmen und diese den ländern zuordnen.
wo ich mir nicht sicher war, habe ich kurz wikipedia befragt.
die zahlen sind also keine hör-häufigkeiten, sondern nur, woher die künstler kommen.

über den daumen gepeilt: die inseln die hälfte, sonstiges europa ein viertel, usa ein viertel.
ein paar sachen haben mich dann doch überrascht:
italien ist mit nur 6 künstlern vertreten, obwohl ich letztes jahr bestimmt 50% italienisches zeugs gehört habe. auch für deutschland/österreich hätte ich mehr erwartet als die schlappen 12% der künstler.
der rest zeigt aber deutlich, dass ich mit britischer musik groß geworden bin: new wave, ska, punk, britpop und dazu die "klassiker" à la beatles, stones, kinks, t.rex.
gleich mal den kopfhörer aufsetzen 🎧
seit dem 1. januar kann man in den bussen der infra, den fürther stadtwerken, ein ticket nur noch per karte bezahlen, barzahlung ist passé. dafür gibt es jetzt in jedem bus einen fahrscheinautomaten.
in den leserbriefspalten der lokalen presse stehen sich wie üblich die beiden altbekannten gruppierungen gegenüber: die marie-antoinette-fraktion ("ICH habe eine karte, sollen die anderen doch kuchen essen!") und die verschwörer-clique ("kein bargeld? wir werden überwacht! wir müssen alle sterben!")

nur wenige weisen auf die echten probleme hin, die dieser move der infra mit sich bringt. spontaner ticketkauf für kinder, obdachlose oder betagte senioren geht nur noch über umwege.
als häufiger busfahrer weiß ich, dass bisher viele alte menschen vorne beim busfahrer einsteigen, ihr sprüchlein aufsagen und dem fahrer 5 euro hinhalten. wie diese klientel künftig im fahrenden(!) bus am automaten an ihr gültiges ticket kommen soll, bleibt mir ein rätsel.
aber keiner hat sich bisher gefragt, WARUM die infra das macht? schon vor 5 jahren kam die klage des busunternehmens groß auf, dass niemand mehr für relativ karges gehalt im schichtdienst die großen brocken durch die zum teil engen fürther gassen kutschieren will:

die lösung soll, wie man sieht, die gleiche sein, weshalb man beim essenslieferanten nicht mehr an der haustür bezahlen muss, warum es bei mcdonald's und co. jetzt überall bestell- und bezahlterminals gibt und warum niemand mehr beim paketboten per nachnahme bezahlt:
auf diese weise kann man menschen für den job einstellen, die entweder der landessprache nicht sonderlich mächtig sind, und/oder denen man reibungslosen und zuverlässigen bargeld-verkehr, aus welchen gründen auch immer, nicht so recht zutrauen mag.
diese neu-mitarbeiter haben aber alle einen vorteil: sie sind billiger als die bisherigen, einheimischen kräfte.
deswegen kein bargeld mehr im bus beim ticketkauf. und fragen braucht man den busfahrer auch nicht mehr, welche linie die beste ist, wenn man von a nach b kommen will. weil er dich genauso wenig verstehen wird wie die meisten paketboten.
man könnte natürlich den busfahrern auch mehr geld für ihren job bezahlen? ach was, wir führen lieber einen bezahlautomaten ein!
margaret sullavan (1909-1960) war in den 30er und 40er jahren eine erfolgreiche hollywood-schauspielerin, deren leben letztendlich dann doch unglücklich verlief.
kurzzeitig war sie auch mit dem oscar-preisträger henry ford verheiratet, dem vater von peter und jane fonda.
ford und james stewart lernte sie bereits in harvard an der uni in einer studentengruppe kennen.
in der neujahrsnacht 1960 starb sie 50-jährig, vermutlich wegen suizid.

schon überraschend, wenn man dieses portrait von 1938 mit den üblichen hollywood-fotos von ihr vergleicht

stellt euch vor, ihr fahrt regelmäßig die gleiche linie mit dem bus. auf eurer strecke ist nie viel los, deswegen hat jeder mitreisende immer seinen gleichen, eigenen platz. ihr habt es euch in der dritten reihe bequem gemacht.
alle paar monate steigt ein parfümmädchen mit in den bus ein und sie setzt sich immer in die reihe vor uns.
noch seltener gesellt sich ein mürrisch blickender rothaariger zu uns und besetzt die vierte reihe.
am häufigsten fährt jedoch ein kleiner verschwitzter typ mit, der es immer sehr eilig hat. sein fester platz ist natürlich direkt hinterm fahrer in der ersten reihe.

so gesehen kommt euch das parfümmädchen am nächsten und danach der mürrische rothaarige.
aber die meiste zeit hängt ihr mit dem flitzemann ganz vorne ab, der so viel öfter in eurer nähe ist.
und prinzipiell verhält es sich mit der erde und den inneren planeten genauso. venus (parfümmädchen) und mars (der grimmige rote) kommen euch, also der erde, ab und zu relativ nah, die meiste zeit aber ist der rasende merkur der planet, der uns am nächsten um die sonne läuft.
was haben wir also gelernt? beim busfahren kommen wir dem universum näher. hängt natürlich auch vom busfahrer ab.
seit 1979 hat die schweiz einen neuen 26. kanton: jura. der französchischsprachige und hauptsächlich katholisch geprägte nordwesten des kantons bern wurde nach langem hin und her damals ausgegliedert und zu einem eigenen kanton erhoben.
der komplette kanton jura hat mit 74.000 einwohnern ungefähr soviele einwohner wie die fränkische stadt bamberg.
im gegensatz zu bamberg gibt es aber im gesamten kanton jura keine einzige verkehrsampel.
quelle und karte: wikipedia
in skandinavien hat sich in den 60er und 70er jahren was bewegt, was die ganze gesellschaft übernommen und verändert hat: die einführung des allgemeinen duzens.
bis dahin drückte man z.b. im schwedischen die höflichkeitsform nicht mit einem "Sie" wie bei uns in deutschland aus, sondern mit formen wie "was wünscht die dame?" statt "was wünschen sie?" oder "noch zucker benötigt?" statt "brauchen sie noch zucker?".
gerade in dänemark ist aus dem duzen eine lebensphilosophie geworden. einzig die mitglieder der drei monarchien beharren (noch) auf einer formalisierten anrede. alle anderen duzen sich, wir kennen das ja von ikea 😀
bei uns ist die entwicklung zum allgemeinen duzen ins stocken geraten, wobei es in vielen bereichen mittlerweile gang und gäbe geworden ist. in vielen arbeitsumgebungen, im nachtleben, im sport, beim bloggen, überall wird geduzt, egal wie alt du bist.
ein siezen kann manchmal sogar als bewusste ausgrenzung empfunden werden, wenn alle im café von der bedienung geduzt werden, du aber nicht.
die werbung und das verkaufsumfeld dürften hier vorreiter sein, wie das beispiel ikea gezeigt hat. wenn die zielgruppe jünger ist, wird natürlich geduzt. umso überraschter war ich aber heute, dass man als zielgruppe "gewürz-käufer" auch schon zur duz-welt gehört.

ich bin ja auch eher ein duzer vor dem herrn und wenn ich mir mal nicht sicher bin, dann sage ich im geschäft ein "habt ihr blablabla?" statt "haben sie blablabla?"
wie haltet ihr es mit dem duzen? nur, wenn das "du" angeboten wurde? fremden gegenüber immer "sie"? oder gnadelose gleichheit für alle mit dem du?
deutschen wein bekommt und trinkt man in der regel sortenrein. der wein besteht also aus einer traubensorte, wie zum beispiel riesling, trollinger oder domina.
wobei das "sortenrein" auch ein dehnbarer begriff ist, denn in europa ist es erlaubt, bis zu 15% einer anderen weinsorte beizumischen, ohne es auf dem etikett angeben zu müssen.

mischt man weine von zwei traubensorten, dann nennt man das in deutschland eine cuvée. beide traubensorten erscheinen gleichberechtigt auf dem etikett der flasche.
verwendet man mehr als zwei sorten, dann darf man die traubensorten gar nicht mehr vorne auf dem weinetikett anpreisen, sondern nur noch hinten im erklärungstext.
cuvées werden getrennt geerntet und gekeltert und erst danach vom kellermeister gemischt. das ist nichts ehrrühriges, sondern gestattet es, manche weine zu verbessern, da man die stärken der einzelnen traubensorten zusammenführen kann.
bordeaux-weine sind typische vertreter von cuvée-weinen.
wachsen die unterschiedlichen traubensorten gemeinsam am weinberg und werden auch gemeinsam gerntet und gekeltert, spricht man von einem "gemischten satz".
der gemischte satz war früher der regelfall, weil man dadurch ernteausfälle verhindern konnte. heutzutage findet man den gemischten satz vor allem in österreich. und er darf auch nur dort noch so genannt werden.
was haben wir also gelernt? mission is possible!
es grassieren ja gerade wieder überall allerliebste blog-jahresrückblicke und lese-empfehlungen. wie man sieht, ist die zahl der deutschsprachigen blogger gar nicht so klein. feine sache.
aber was mir (empirischerweise) auffiel: die durchschnittliche deutsche bloggerin oder der durchschnittliche deutsche blogger haben meist schon etliche lebensjahrzehnte auf dem buckel. ü50 und ü65 sind eher die regel als die ausnahme.

gibt es überhaupt eine nennenswerte anzahl an bloggern, die nicht mit helmut schmidt oder helmut kohl als kanzler aufgewachsen sind?
ist bloggen für die generationen der zukunft so fern wie videorekorder-programmieren?
ist bloggen das neue facebook, das altenheim für social media?
oder bewege ich mich hier einfach nur in einer blase, in der die junge generation keine rolle spielt?

huch, so kann man sich täuschen!
zumindest habt ihr jetzt einen ohrwurm im kopf 😄
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